Mehr Lebensqualität: Selbstbewusster Umgang mit Energieräubern

Teil 1 – Energieräuber erkennen

 

 



Leben ist Bewegung und Entwicklung.

Es gibt Höhen und Tiefen, Wünsche und Wirklichkeit, Pro und Contra, Licht und Schatten, den Tag und die Nacht.

Die Zuversicht gehört dazu wie der Zweifel, die Liebe wie die Trauer, das Glück wie Prüfungen in unserem Leben, die Stärke wie die Schwäche.

Auf unserer Lebensreise begegnen wir vielen Menschen. Die einen bleiben und die anderen ziehen weiter. Die einen hinterlassen Spuren,   emotional und/oder physisch. Andere Begegnungen verweilen eher weniger bis gar nicht in unserem Gedächtnis.

Es gibt Menschen, die uns durch ihre Persönlichkeit und Nähe bereichern, uns gut tun, denen wir vertrauen. In deren Gegenwart können wir uns fallen lassen und einfach so sein wie wir sind. Wir fühlen uns lebendig, kraftvoll, respektiert und angenommen.

Und es gibt Menschen, die uns Energie entziehen, die versuchen uns einzuschüchtern, uns Angst zu machen, die Macht über uns erlangen wollen und zu unseren Lasten für sich nutzen.

In ihrer Gegenwart fühlen wir uns oft schwach, klein, ausgenutzt, gestresst oder abgewertet.
Was wir tun können ist, unsere eigene Haltung und damit verbunden unser Verhalten zu überprüfen und zu unserem Besten und zum Wohl anderer zu verändern.



Jeder Mensch ist einzigartig.

Wir Menschen sind mit unterschiedlichen Persönlichkeitsstrukturen ausgestattet, die unser eigenes Verhalten und unsere Einstellung zum Leben beeinflussen.

Individuelle entwicklungspsychologische Prägungen aus der frühen Kindheit, in der Jugend und im weiteren Verlauf unseres Lebens durch vielfältige Erfahrungen und unserem soziales Umfeld formen unser Denken und Handeln.

In seinem Buch „Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten“ schreibt Gerhard Roth (der gleiche Nachname ist rein zufällig…J) von der emotionalen Konditionierung.

Alles was wir tun oder erleben hat entweder positive, negative oder neutrale Konsequenzen für uns. Dieses unterschiedliche Erleben wird in unserem Erfahrungsgedächtnis abgespeichert.

Dieser Prozess beginnt bei der Geburt und bleibt das ganze Leben  erhalten.

Gemachte Erfahrungen verbunden mit den genannten unterschiedlichen Emotionen werden nach Antonio Damasio in  emotionale Etiketten ("Schubladen - Schubladendenken) verwandelt und mit somatischen (körperlich erfahrbaren) Markern versehen.

Ein Beispiel: Wenn wir glücklich sind und uns wohl fühlen, werden sogenannte Botenstoffe „Glückhormone“ wie Endorphine oder Dopamin ausgestoßen. Unser Körper reagiert daher unmittelbar auf unsere Emotionen.

Im Gegenzug kennen wir auch das Beispiel mit der heißen Herdplatte.

So geht es uns auch in der Begegnung mit Menschen, mit denen wir entweder neutrale, positive oder negative Erfahrungen gemacht haben.

Im Folgenden gehe ich näher auf das Thema Energieräuber ein und beleuchte die äußeren und inneren Einflüsse und ihre Wirkung auf das eigene Selbstkonzept.



Wer oder was Energie raubt.

In der folgenden Tabelle zeige ich Beispiele von Persönlichkeitstypen auf, die unmittelbar Einfluss auf unseren Energiehaushalt und unsere Emotionen haben. Die uns dauerhaft stressen können und uns damit Kraft und Energie entziehen.

Diese Aufzählung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist eine Einladung, in sich hinein zu spüren und zu erkennen, ob es in dem eigenen persönlichen sozialen Umfeld ähnliche oder gleiche Einflüsse gibt.

 

Persönlichkeitstypen

 

Typisches Verhalten

Pessimisten

 

 

problemorientiert, finden immer das berühmte „Haar in der Suppe“, negative Gefühlswelt, Vielgrübelei, eher destruktiv in ihrem Verhalten, misstrauisch, erleben die Welt häufig als ungerecht, negatives Gedankenkonstrukt: ich kann das nicht, ich schaffe das nicht
Ständige Opfer

 

 

Bemitleiden sich ständig selbst, sehen eigene Fehler nicht, suchen immer einen Sündenbock, übernehmen keine Verantwortung für ihr eigenes Handeln: Die anderen sind schuld, wenig selbstkritisch
Notorische Nörgler

 

 

Findet an allem etwas schlechtes, Fehlerorientiert, geringe Wertschätzung gegenüber sich selbst und anderen, Bedenkenträger, dauerhaft unzufrieden
Kontrollfreak

 

 

Perfektionist, halten an Prinzipien und Regeln fest, pragmatisch veranlagt, mögen nichts unvorhergesehenes, Angst vor Machtverlust,  Kontrollzwang
Ungesunder Egoist

 

 

Rücksichtslosigkeit, selbstverliebt, eigenen Vorteil auf Kosten anderer nutzen, geringe Hemmschwelle
Narzisst

 

 

Verstärkter Egoismus, sehr stark ausgeprägte Selbstsucht und Selbstherrlichkeit, übersteigerte Eitelkeit, schlechtes Einfühlungsvermögen, oft sehr statusbewusst
Ewig Hilflose

 

 

Erlernte Hilflosigkeit, hat das Gefühl ohne Kontrolle zu sein, wenig Selbstvertrauen, wenig Handlungskompetenz, Haltung: Da kann ich nichts machen, ich bin zu schwach
Zyniker

 

 

Destruktive-skeptische Grundhaltung, abwertende Kommunikation, hohe Ausprägung von Missachtung, spöttisch, verletzend, Herabsetzung anderer Menschen
Besserwisser

 

 

Hoher Darstellungsdrang, niedriges Selbstwertgefühl, streben nach Beachtung/Aufmerksamkeit und Anerkennung
Überfürsorgliche

 

 

Exzessive Einmischung in die Angelegenheiten z.B. übermäßiger Beschützerdrang, Hang zur Einengung, kompensieren oft ihren eigenen Mangel an Anerkennung

 

Innere Energieräuber – Innere Haltungen/Muster

Innere Haltungen zeigen sich im eigenen Verhalten.

Oftmals spiegelt unsere innere Haltung Glaubenssätze wieder, die sich aus bestimmten Erlebnissen und Erfahrungen z.B. in unserer Kindheit und Erziehung gebildet haben. Einige Glaubenssätze (Überzeugungen, Meinungen) haben wir auch einfach von anderen übernommen, je nachdem wie stark wir uns mit diesen Personen oder Gruppen identifizieren.

Glaubenssätze und Handlungsmuster sind tief in uns verankert und werden oft nicht bewusst wahrgenommen. Glaubenssätze steuern unsere Wahrnehmung, also unsere eigene Wahrheit die Welt zu sehen und danach zu handeln.

Auch hierbei geht es in der folgenden Auflistung nicht um Vollständigkeit, sondern um die Einladung, die eigene innere Haltung und das daraus resultierende eigene Verhalten anzuschauen.

Da es in diesem Artikel um Energieräuber und damit um negative Glaubenssätze/Muster geht, habe ich mich darauf beschränkt.

Verhalten Mögliche innere Haltungen
Es allen Recht machen Wenig Selbstachtung und Selbstsicherheit, starkes Bedürfnis nach Anerkennung, Minderwertigkeitsgefühle

 

Sich ständig Sorgen machen Unsicherheit, erlernte Zukunftsangst, problemorientiert, fehlende Entscheidungsfreudigkeit, geringe Risikobereitschaft

 

Sich unter Druck setzen kann sich schwer entspannen und abschalten, Angst vor Konsequenzen und Versagen, Mangel an Gelassenheit, perfektionistisch

 

Eigene Bedürfnisse zurücknehmen

 

Mangelndes Selbstwertgefühl, Helfersyndrom, starkes Bedürfnis nach Dankbarkeit und Anerkennung durch Dritte, Missachtung eigener körperlicher Grenzen

 

Dauerstress u.a. Perfektionismus, übertriebener Ehrgeiz, mangelndes Durchsetzungsvermögen, kein gesunder Umgang mit Zeit, Angst vor Verantwortung, nicht Nein sagen können, Außenreize: z.B. Lärm, Hitze, Kälte

 

Perfektionismus u.a. Angst zu scheitern, hohe Unzufriedenheit mit sich selbst, Bedürfnis nach Anerkennung, mangelndes Selbstbewusstsein, übertriebenes Kontrollverhalten

 

Zu hohe Selbstkritik Hang zur Selbstsabotage, Selbstverachtung, zu hohe Ansprüche an sich selbst, Angst vor Unvollkommenheit, Minderwertigkeitskomplexe



Das Leben ist ein persönlicher Entwicklungsprozess.


Um etwas in seinem Leben erfolgreich zu verändern, bedarf es aus meiner Sicht und Erfahrung eines Prozesses der Erkenntnis (Hinschauen was ist, Bestandsaufahme), des Verstehens und des Annehmens.

Erst nachdem wir diese Prozesse durchlaufen haben, kann eine erfolgreiche Veränderung durch Handeln und Umsetzen erfolgen.

Mit dieser Vorgehensweise habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, denn sie vermittelt Orientierung, Nachvollziehbarkeit und fördert die eigene Handlungskompetenz.

Ich wünsche euch eine energiereiche Zeit!

 

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